NAHVERKEHR, ÖFFENTLICHE VERKEHRSMITTEL (ÖPNV - RATP)
IN PARIS
METRO, BUS, STRASSENBAHN UND S-BAHN (RER) - FAHRRAD FAHREN IN PARIS
In Paris einen Parkplatz zu finden ist manchmal eine reine
Geduldsache und auch eine sehr kostspielige Angelegenheit. Auch
wirkt der Verkehr auf Menschen, die es nicht gewohnt sind in einer
Metropole Auto zu fahren, ziemlich chaotisch. Einfacher und
schneller kommt man in der Seine-Metropole mit dem öffentlichen
Nahverkehr ans Ziel.
Paris besitzt ein dichtes und gutes Nahverkehrsnetz. Bequem und
schnell geht es mit der Metro. Buslinien und nicht zuletzt
Straßenbahnen decken den Rest der Stadt ab. Aber auch mit dem Rad
kommt man schnell ans Ziel.
Wie man von den Flughäfen am schnellsten und billigsten in das
Pariser Zentrum kommt zeigen die folgenden Seiten:
- Vom Charles de Gaulle Airport mit dem Nahverkehr ins Zentrum von
Paris
- Vom Flughafen Orly mit dem Nahverkehr ins Zentrum von Paris
- Vom Aéroport Beauvais-Tillé mit dem Nahverkehr ins Zentrum von
Paris
Die Metro und übrigen öffentlichen Verkehrsmittel (Bus, Straßenbahn
– Tramway, Funiculaire de Montmartre) werden von der staatlichen
ÖPNV Gesellschaft RATP (Régie autonome des transports Parisiens)
betrieben.
Der Region Paris ist in acht ringförmige Zonen unterteilt. Dies muss
bei manchen Tickets berücksichtigt werden, bzw. es wird teuerer je
mehr Zonen mit dem Ticket befahren werden dürfen.
Zone 1-3: Innenstadt (Kernstadt) von Paris – die meisten
Sehenswürdigkeiten
von Paris sind in diesen Zonen
mit allen Touristenattraktionen, die Zonen 4 und 5 reichen bis zum
Schloß Versailles.
Zone 1-6: Versailles
Tarife, Fahrscheine (Paris Visite , Carte Orange, Mobilis,
Einzelfahrscheine, ticket t+) und Preise
Wer sich dafür entscheidet in Paris Bus, Straßenbahn und Metro zu
benutzen, der muss sich mit dem nicht ganz einfachen Tarifsystem
auseinandersetzen. Grundsätzlich gibt es wie überall
Einzelfahrscheine und Zeitkarten.
Einzelfahrscheine (ticket t+) für Metro und Busse im Pariser
Nahverkehr
Der Einzelfahrschein „ticket t+“
(siehe rechts) ist eine einfache Möglichkeit, um
den Pariser Nahverkehr zu nutzen.
Dieser Fahrschein ist gültig für die Nutzung der U-Bahn (Metro), der
RATP Busse, der S-Bahn im Stadtgebiet (RER) und für die Montmartre
Seilbahn.
Nutzungsbedingungen und Tipps:
- Die Karte ticket t+ ist 90 Minuten ab dem Zeitpunkt der Entwertung
gültig. Es ist möglich zwischen Bus, Metro, S-Bahn oder
Montmartre Seilbahn
umzusteigen.
- Vorsicht: Kaufen Sie die Karte nicht direkt beim Fahrer sondern am
Automat oder an den zahlreichen Verkaufsstellen (s.u.). Sonst ist
ein Umsteigen mit demselben Ticket NICHT möglich
- Entwertet wird die Karte im Entwerter gleich beim Einstieg in Bus
oder Straßenbahn.
- Die t + Karte wird einzeln (voller Fahrpreis) oder in 10er
Päckchen, dass Carnet genannt wird (voller oder reduzierter
Fahrpreis) verkauft
- WICHTIG: Die Karte bis NACH dem Verlassen der Zielstation
aufbewahren. Kontrollen werden oft auch an Ausgängen von
Metrostationen durchgeführt. Wer da kein gültiges Ticket zeigen kann,
zahlt eine nicht unerhebliche Geldstrafe.
Preise für den Einzelfahrschein (ticket t+) - Stand Juli 2010
- 1 Fahrschein 1,70€
- 10er Päckchen (Carnet) Normaltarif 12,00€
- 10er Päckchen (Carnet) reduzierter Tarif Carnet 6,00€
INSIDER TIPP:
Reduzierten Tarif erhalten Inhaber der Pässe, "Famille Nombreuse”, "Solidarité Transport” und “Améthyste”, aber auch Kinder zwischen 5
und 9 Jahren. Es ist zwar unwahrscheinlich, dass ein Tourist die
französischen Sozialpässe besitzt aber bei Kindern reduziert sich
der Fahrpreis von Einzelfahrscheinen um
fast 65%!
Spezielle Touristen Zeitkarte für den Nahverkehr von Paris -
ParisVisite
Der speziell für Paris Touristen entwickelte Nahverkehrspass
ermöglicht eine unkomplizierte Nutzung des Pariser Nahverkehrs. Den
Inhaber berechtigt diese Karte zur Nutzung des gesamten
Nahverkehrsnetzes von Paris und Umland. Das schließt Metro, RER (U-
und S-Bahn), Bus, Straßenbahn, Vorortzüge der SNCF, die Seilbahn am
Montmartre und die Nachtbusse (Noctilien) ein.
Auch Sehenswürdigkeiten in der Umgebung von Paris, wie das
Disneyland,
Versailles oder die Flughäfen
Charles de Gaulle und
Orly können mit dem
„großen“ Paris Visite Pass mit 1-6 Zonen Gültigkeit erreicht werden.
Darüber hinaus bekommen Ticketinhaber bei den
wichtigsten
Sehenswürdigkeiten von Paris einen Nachlass beim Eintritt der sich
zwischen 20 und 35 Prozent bewegt.
Nutzungsbedingungen und Tipps:
- Den Pass ParisVisite gibt es mit einer Gültigkeit von 1, 2, 3 oder
5 aufeinander folgenden Tagen
- Die Gültigkeit beginnt mit dem Tag der ersten Benutzung und nicht
ab Kaufdatum
- Vorsicht: Ein Tag Gültigkeit heißt von 5.30 Uhr am Morgen bis um
5.30 Uhr am nächsten Tag!
Preise für Paris Visite - Stand November 2009
Der Pass ist im Vergleich zu Einzelfahrscheinen oder normaler
Tageskarte nicht gerade billig. Deshalb empfiehlt es sich, vorher
durchzurechnen, ob ermäßigte Eintritte den Mehrpreis rechtfertigen
oder ob der Pass für bis zu 3 oder bis zu 6 Zonen benötigt wird.
Generell lohnt sich der Pass nur, wenn man auch plant, mehrere
Sehenswürdigkeiten oder
Museen zu besuchen.
Preis für Erwachsene 1-3 Zonen für 1,2,3,5 Tage:
9,00/14,70/20,00/28,90 Euro
Preis für Erwachsene 1-6 Zonen für 1,2,3,5 Tage:
18,90/28,90/40,50/49,40 Euro
Wochenkarte für den
Pariser Nahverkehr – Navigo découverte (ehem. Carte
Orange)
Im Vergleich zum ParisVisite
Pass ist der Navigo Pass découverte
(ehem. Carte Orange), die billigere
Möglichkeit den Pariser Nahverkehr zu nutzen. Sie berechtigt
ebenfalls zur Nutzung von Metro, Bus, RER und Straßenbahn,
allerdings bietet sie keine verbilligten Eintritte für
Sehenswürdigkeiten und Museen.
Es gibt zwei verschiedene Navigo Karten. Die normale Navigo Pass ist
nur für Personen, die in Paris leben bzw. arbeiten. Der Pass "Navigo
découverte" besitzt diese Einschränkung nicht und kann von allen
Personen, auch von Touristen, erworben werden. Gültig ist der Pass
eine Woche lang (Montag - Sonntag).
Nutzungsbedingungen und Tipps:
- Man benötigt für die Ausstellung des Navigo Pass découverte (ehem. Carte Orange) ein Passbild.
Bringen Sie dieses schon mit, das spart vor Ort Zeit und Geld.
Preis für den "Navigo découverte" für eine Woche Gültigkeit -
Stand 2011
Einmalig 5€ für die Ausstellung des "Navigo découverte" Pass +
Preis für Erwachsene in Zone 1-2, 1-4:
18,35€/29,05€
Tageskarte für den Pariser Nahverkehr – Mobilis
Wer den Pariser Nahverkehr nur tageweise nutzen möchten, für den ist
die Tageskarte „Mobilis“ interessant. Sie berechtigt zur Benutzung
von Metro, Bus, RER und Straßenbahn an einem Kalendertag zwischen
5:30 Uhr und 1 Uhr des Folgetages.
Wichtig: Mobilis gilt
nicht für die Fahrt von den Flughäfen
Orly und
Charles de Gaulle in die Stadt! Hierfür muss entweder ein
Einzelfahrschein gelöst oder das Ticket Paris Visite gekauft werden.
Preis für Mobiliskarte - Stand Juli 2010:
Preis für Erwachsene in Zone 1-2, 1-3, 1-4, 1-5, 1-6:
6,10€/8,20€/10,15€/13,65€/17,30€
Nachtbusse in Paris –
Noctilien
Zwischen 0.30 Uhr und
5.30 Uhr verkehren im Pariser Nahverkehr die Nachtbusse, sog.
Noctilien. Insgesamt gibt es davon 47 Linien, die in Paris und der
gesamten Île-de-France zahlreiche Routen bedienen. Die RATP betreibt
dieses Nachtbusliniennetz gemeinsam mit der SNFC, der französischen
Eisenbahngesellschaft. Die Nachtbusse fahren als Rundlinien (N01,
N02), Schnellverbindungen in die Vororte von Paris und
Direktverbindungen innerhalb Paris und in die Vororte. Die
Rundlinien sind für Nachtschwärmer interessant, denn sie fahren
Haltstellen u.a. am Champs-Elysées, der Bastille oder auch Pigalle
an. Haltestellen, an denen der Nachtbus hält sind mit einem N
gekennzeichnet bzw. es steht Noctilien auf dem Schild.
Nutzungsbedingungen und Tipps
Für die Nutzung der Noctilien ist der ParisVisite Pass ebenfalls
gültig innerhalb der gewählten Zone. Auch mit dem Einzelfahrschein
t+ sowie der Tageskarte Mobilis kann man mit dem Nachtbus fahren.
Unter der Woche fahren die Busse im 15 bis 30 Minuten Takt, am
Wochenende aufgrund der hohen Nachfrage alle 10 – 15 Minuten. Nur
auf die Vorort-Busse muss man etwas länger warten, diese verkehren
im 20-60 Minuten Takt.
Verkaufsstellen für Pariser Nahverkehrstickets
Es gibt verschiedene Verkaufsstellen für die
Nahverkehrtickets.
In den meisten Metro Haltestellen gibt es Schalter. Wenn Sie Glück
haben auch mit Englisch sprechendem Personal.
Außerdem gibt es an Bahnhöfen der SNCF und U-Bahnhöfen
zahlreiche Verkaufsautomaten, die z.T. auch mehrsprachig sind. An
fast allen RATP - Automaten muss man mit Münzen bezahlen. Nur wenige
Ticketautomaten akzeptieren Banknoten.
Auch wenn an den Automaten die Logos der Kreditkartengesellschaften
angebracht sind, werden internationale (d.h. nicht französische)
Kreditkarten meistens nicht akzeptiert.
Es gibt die Karten auch in zahlreichen Einzelhandelsgeschäften (auf
Logo achten) und an vielen Hotelrezeptionen.
Die Metro (so wird in Paris die U-Bahn genannt) ist mit 14 Linien sehr gut ausbaut und für die Innenstadt
das schnellste Fortbewegungsmittel. Die Linien sind von 1-14
durchnummeriert und mit einer zugeordneten Farbe gekennzeichnet. Das
Haltestellennetz in der Pariser Kernstadt ist sehr dicht. Es gibt
kaum Orte, die mehr als 500 m von der nächsten Metrohaltestelle
entfernt liegen.
Tipps zur Benutzung:
- Die Anzeige vorn am Zug zeigt immer Linie und Endhaltestelle an.
- Vor Fahrtantritt sollte man nicht nur auf die richtige Linie,
sondern auch auf die Endhaltestelle achten. Die Ausschilderung der
Bahnsteige richtet sich ebenfalls nach der Endhaltestelle. Dies ist
wichtig, um nicht in die falsche Richtung zu fahren.
- Ausgänge sind mit dem Schild „Sortie“ (franz.: Ausgang)
beschriftet.
Stadtbusse der RATP in Paris - wichtige
Stütze des öffentlichen Nahverkehrs
Die
Busse des Pariser Nahverkehr werden ebenfalls von der Gesellschaft
RATP betrieben. Seit dem Beginn im Jahre 1828, als Pferde die ersten
Omnibuswägen zogen, hat sich viel getan. Mit seinen 58 Linien bietet
der Stadtbus das dichteste Netz aller Verkehrsträger des ÖPNV in
Paris. Seit Beginn des neuen Jahrtausends wird viel für die
Verbesserung des Verkehrsträgers Bus getan. Eigene Busspuren wurden
den dicht befahrenen Pariser Strassen abgerungen. Oft sind die
Busspuren jetzt auch baulich abgetrennt um die Benutzung durch
Autofahrer zu vermeiden. Durch die eigenen Fahrspuren verkürzen sich
die Fahrzeiten und die Fahrdauer der Busse sind planbarer. Mit den
Bussen kann man in der Innenstadt und den nahe liegenden Vororten
fast jeden Ort erreichen. Für Kurz- und Mittelstrecken ist für mich
der Bus auch das ideale Mittel um die Stadt zu entdecken. Der große
Vorteil gegenüber der Metro: Man sieht die Stadt und kann spontan
aussteigen, wenn man etwas interessantes sieht.
Tipps zu Benutzung der Pariser Busse:
- Buslinien: Buslinien,
die innerhalb des Stadtzentrums verkehren, haben eine zweistellige
Liniennummer; Busse, die in die Vororte von Paris fahren, haben eine
dreistellige Liniennummer
- Einzeltickets kann man auch beim Fahrer kaufen. Er gibt auch
Auskunft zur Route. Allerdings sollte man dazu Französisch sprechen
können. Man kann nicht davon ausgehen, dass die Fahrer in der
Hauptstadt Frankreichs Englisch oder sogar Deutsch sprechen können
oder wollen...
S-Bahn in Paris – RER (Réseau express régional d'Île-de-France)
Die RER hat im Vergleich zur Metro weniger Haltestellen. Das ist
ihre Stärke und Schwäche zugleich. Stärke, da v.a. weit entferntere
Ziele viel schneller erreicht werden, Schwäche weil der Weg zur
Haltestelle im Schnitt weiter ist. Die Linien sind mit den
Buchstaben A-E gekennzeichnet.
Die RER wird hauptsächlich von Pendlern von und nach den
Außenbezirken genutzt. Für Touristen ist sie v.a. interessant um an
Ziele zu gelangen, die weiter von der Innenstadt entfernt sind wie
z.B. wie das Disneyland,
Versailles oder die
Flughäfen
Charles de Gaulle und
Orly.
Nähere Anfahrtsbeschreibungen zu diesen Zielen siehe Link.
Falls es mit dem ÖPNV Fahrplan Lesen zu umständlich ist: Taxi fahren
ist eine bequeme aber nicht ganz billige Methode, um in Paris
vorwärts zu kommen. Es ist manchmal auch schwierig ein Taxi zu
bekommen, da die Anzahl der Taxis aufgrund der strengeren
Lizenzvergabe beschränkt ist. Deshalb gibt es auch Schwarztaxis,
also Taxis ohne Lizenz. Diese zu benutzen ist natürlich
risikoreicher, da natürlich auch nicht die offiziellen Preis- und
Sicherheitsrichtlinien gelten.
Mit dem Fahrrad durch Paris - Fahrrad
mieten - Vélib'
Fahrradfahrer sind sehr willkommen in der französischen Hauptstadt.
Die Vision des Bürgermeisters von Paris ist es, nach und nach den
Verkehr in der Seine Metropole mehr auf Fahrräder umzustellen. Zu
diesem Zweck werden immer mehr Fahrradwege angelegt, es gibt
Straßen, die sonntags für Autos komplett gesperrt sind.
Mit dem Rad eine Stadt zu erkunden bietet den großen Vorteil, dass
man in Ecken kommt, die man zu Fuß nicht entdecken würde, auch
einmal fernab der typischen "Touristenpfade". Für alle,
die das nicht auf eigene Faust tun wollen, gibt es verschiedene
Anbieter, die auch geführte Fahrrad-Touren z.B. rund um die
Sehenswürdigkeiten der Stadt anbieten.
Vélib' - neue Form des
Fahrrad-Verleihs in Frankreichs Hauptstadt
In der
ganzen Stadt findet man alle 300 Meter die Möglichkeit, Fahrräder an
"Do-it-yourself" Terminals anzumieten. An den Automaten dieser so
genannten Vélib's (s. Foto rechts) gibt es Jahreskarten oder auch
Kurzzeit-Tickets für 1 bis 7 Tage zu kaufen. Zum Bezahlen ist eine
Kreditkarte notwendig, mit der man gleichzeitig eine Kaution
hinterlegt, die wieder frei gegeben wird, wenn man das Fahrrad an
einer Station zurück gibt. Zunächst muss man ein Abo erwerben - das
Tages-Abo kostet 1 €. Die erste halbe Stunde Fahrrad ausleihen ist
kostenlos, die zweite kostet 2€ und jede weitere 4€. Falls an einer
Station keine Räder verfügbar sind, erfährt man auch über den
Automaten, wo die nächste Station liegt. Im Prinzip sind die Vélib's
für Kurzstrecken gedacht, deshalb findet man auch an nahezu jeder
Straßenecke ein Terminal. So soll verhindert werden, dass den
Fahrradverleihs, die auch für längere Zeiten Räder vermieten,
Konkurrenz gemacht wird.
Tipp: Man könnten so sogar für nur 1€ am Tag, entspricht dem
Preis eines Tages-Abos, in Paris ein Fahrrad ausleihen. Man muss nur
darauf achten, dass man das Vélib' innerhalb der ersten halben
Stunde ab Mietbeginn wieder an einer Station abgibt.
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